Hospitanzbericht: Guido Wissel

Hospitanz im deutschen Bundestag

Eine Sitzungswoche im Januar 2016 beim MdB Matthias Ilgen

Nasskaltes Berlin Ende Januar 2016 und ich bin verdammt zum Beobachten. Zuhause im Betrieb stapelt sich die Arbeit und hier soll ich nur zuhören und darf nicht einmal die Post wegbringen. Ich bin neugierig und erwartungsvoll. Das Nichtstun versetzt mich unerwartet in Stress. Am zweiten Tag wird’s besser und ich hab mich damit arrangiert. Ich konzentriere mich auf das hier und jetzt und das Aufsaugen von Informationen.

Das Büro von Matthias Ilgen liegt in der oberen Etage des Paul-Löbe-Hauses, direkt neben dem Reichstagsgebäude. Die dort arbeitenden wissenschaftlichen Mitarbeiter kümmern sich rührend um mich – danke Maja und Soeren, ich fühlte mich sehr willkommen! Ich werde herumgeführt und versorgt, bekomme Hintergrundinformationen und Türen geöffnet um an sachorientierten Arbeitskreisen, ergebnisorientierten Ausschüssen, förmlichen Empfängen und aufschlussreichen Plenumsdebatten teilzunehmen.
Im Büroalltag werden Termine verwaltet und vorbereitet. Insbesondere aus den Bereichen Wirtschaft und Energie sowie Verteidigung werden verschiedenste Themen und Aufgabenstellungen für den MdB recherchiert und aufbereitet.

Meine Anwesenheit wird auch noch belohnt mit einem, wenn auch zeitlich begrenzten, Hausausweis. Die Gebäude des Bundestages stehen mir nun offen und ich genieße es diese in den Pausen und der freien Zeit zu durchwandern. Die hier ausgestellte Kunst ist vielfältig und die Ausstellungen sehr interessant. Ich bin tief und nachhaltig beeindruckt.

Die beobachteten Abläufe ähneln denen in einer großen Konzernzentrale. Büros, Tagungsräume, Gesprächsecken, Kantinen und Security. Über allem schwebt eine stets sachlich ruhige Arbeitsatmosphäre. Selten hektisch, außer Freitags gegen Mittag, wenn alle zeitgleich versuchen den Heimweg anzutreten – wie im richtigen Leben.

Guido Wissel